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19.05.2005

Weiterhin Aufwärtstrend im HVV

Der HVV kann im Jahre seines 40-jährigen Bestehens in mehrfacher Hinsicht mit positiven Ergebnissen aufwarten: Fahrgastzahl und Einnahmen haben sich im vergangenen Jahr weiter erhöht. Die Erweiterung des HVV-Gebiets nach Nieder­sachsen im Dezember 2004 ist erfolgreich verlaufen und die zum selben Zeit­punkt einführte Nachtdurchfahrt von U- und S-Bahn wird von den Nacht­schwärmern gut angenommen. Zudem bewerten die Fahrgäste die Leistungen des HVV im aktuellen Kundenbarometer mit noch besseren Noten als in den vergangenen Jahren. 

Jahresergebnis 2004: mehr Fahrgäste und gestiegene Einnahmen

Für das Jahr 2004 kann der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) sowohl bei der Fahrgastzahl als auch bei den Fahrgeldeinnahmen einen Zuwachs verzeichnen. Und dies trotz der unbefriedigenden konjunkturellen Situation, die sich letztlich auch auf die Nachfrage im öffentlichen Nahverkehr auswirkt.

Im Jahr 2004 stieg die Fahrgastzahl gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Millionen (0,6 Prozent) auf 538,5 Millionen. Die Verkehrserträge erhöhten sich um 11,7 Millionen Euro (2,9 Prozent) auf 417,8 Millionen Euro, wobei sich hier neben dem Nachfragezuwachs auch die im Sommer 2004 vorgenommene Tarif­anhebung auswirkt.

Die positive Entwicklung resultiert in erster Linie aus einem starken Nach­frageplus im Gelegenheitsverkehr, wobei die Tages- und Familienkarten überdurchschnittliche Zuwachsraten aufweisen. Im Zeitkartenbereich ist der Absatz der CC-Karten und der Seniorenkarten deutlich gestiegen. Die Nach­frage bei den Allgemeinen Zeitkarten ist trotz sinkender Beschäftigungszahlen noch leicht gestiegen. Ein Absatzrückgang machte sich hingegen beim Semesterticket bemerkbar. Hier ist ein Zusammenhang mit der Einführung von Studiengebühren für Langzeitstudierende erkennbar.

Verbunderweiterung nach Niedersachsen erfolgreich umgesetzt 

Die Ende 2004 erfolgte Erweiterung des HVV-Bedienungsgebiets auf die Landkeise Stade, Harburg und Lüneburg wird sich erst in den Fahrgast- und Einnahmezahlen für das Jahr 2005 niederschlagen. Die Erfahrungen in den ersten Monaten zeigten jedoch, dass die Umstellungsmaßnahmen weitgehend reibungslos über die Bühne gegangen sind. Anfängliche Übergangsprobleme mit der Kundeninformation auf den Bahnhöfen der Deutschen Bahn wurden mittlerweile im Großen und Ganzen beseitigt. Auch die Kunden haben sich auf die Neuerung eingestellt: Beispielhaft zeigt dies die Beobachtung, dass jetzt die P+R-Anlagen an der bisherigen südlichen Verbundgrenze weniger ausgelastet sind, dafür aber die Auslastung der Stellplätze im neuen HVV-Grenzbereich zunimmt.

Nachdem nun 3,3 Millionen Einwohner das einheitliche HVV-Angebot nutzen können, arbeitet der HVV daran, Übergangstarife für Pendler aus Orten außer­halb des erweiterten Verbundgebiets zu schaffen. 

Nachtdurchfahrt der Schnellbahnen wird gut angenommen

Seit dem 17. Dezember 2004 fahren in Hamburg U- und S-Bahn am Wochen­ende und an gesetzlichen Feiertagen rund um die Uhr. Zusätzlich zur Nachtdurchfahrt der Bahnen wurde ein ergänzendes Busnetz eingerichtet, das die Anschlüsse an die Schnellbahn-Haltestellen herstellt und die Fahrgäste weiter in die Stadtteile befördert.

Die Erfahrungen und die Auswertung der Fahrgastzahlen des ersten Quartals 2005 allein aus den Schnellbahnen lassen eine sehr positive Zwischenbilanz zu. So nutzen in den Wochenendnächten insgesamt rund 60.000 Fahrgäste die Züge der U- und S-Bahn. Das Nachtbusnetz vor Einführung der „Nachtschnell­bahnen“ beförderte am Wochenende etwa 30.000 Fahrgäste. Dies bedeutet, dass sich die nächtliche Fahrgastzahl am Wochenende verdoppelt hat.

Senator Dr. Michael Freytag, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, freut sich über die gute Resonanz auf das Nachtangebot: „Die Verdoppelung der Fahrgäste ist ein toller Erfolg. Die Zahlen beweisen, dass hier optimal auf den Bedarf der Kunden reagiert wurde.“

Um ein genaueres Bild von der Entwicklung der Fahrgastnachfrage zu erhalten, werden momentan auf den ergänzenden Buslinien Fahrgastzählungen durch­geführt. Auch die Zählungen bei den Schnellbahnen werden weiter fortgeführt. In den kommenden Monaten rechnet der HVV mit einem weiteren Anstieg der Fahrgastzahlen, da die Sommermonate mit ihren zahlreichen Veranstaltungen regelmäßig eine höhere Nachfrage bewirken.

Die Kundinnen und Kunden sind jedenfalls durchweg zufrieden und freuen sich zudem über die Live-Musik, die sie jeweils am letzen Sonnabend im Monat in verschiedenen U- und S-Bahnhaltestellen genießen können. Mit dem Projekt Musik@hvv bietet der HVV einerseits jungen Musiktalenten Auftrittsmöglich­keiten und macht andererseits die nächtliche Nutzung des HVV-Angebots noch attraktiver. Die nächste Musiknacht findet am 28. Mai statt; den aktuellen Spielplan gibt es rechtzeitig unter www.hvv.de.

Das Angebot der Nachtschnellbahnen ist zunächst für ein Jahr auf Probe einge­richtet. Danach werden die Ergebnisse der Fahrgastzählungen als Grundlage für die Bewertung dieser Angebotsausweitung dienen.

HVV-Kundenbarometer: weiter steigende Tendenz

Die Zufriedenheit der Fahrgäste mit dem HVV ist weiter gestiegen. Dies belegt die Auswertung des aktuellen Kundenbarometers. Im November 2004 wurden insgesamt 2.000 Kundinnen und Kunden ab 16 Jahren in Hamburg und den nördlich angrenzenden Kreisen nach ihrer Zufriedenheit mit den Leistungen des HVV befragt.

Erfreuliches Ergebnis: Die Gesamtnote (gemessen auf einer 5er-Skala) hat sich auf 2,73 verbessert. Im vorherigen Kundenbarometer aus dem Jahr 2001 gab es noch die Note 2,82 und 1999 die Note 2,98. Der aktuelle Wert von 2,73 liegt deutlich über dem bundesweiten Branchendurchschnitt von 2,95.

Verbesserungen wurden besonders stark im Umland wahrgenommen. Aber auch in Hamburg gibt es im Vergleich zu 2001 signifikante Steigerungen: z.B. bei den Nutzern der S-Bahn von 2,86 auf 2,72 und der U-Bahn von 2,76 auf 2,65. Die Zufriedenheit der Regionalbahn-Nutzer (2,90) ist dagegen geringer.

Die meisten der Befragten (78 Prozent) würden die Nutzung des HVV weiter­empfehlen; 24 Prozent wollen den HVV in Zukunft selber häufiger nutzen.

Zusätzlich zur Gesamtnote wurde die Zufriedenheit mit 38 einzelnen Leistungs­merkmalen erfragt. Die Mehrzahl von ihnen weist deutlich bessere Bewer­tungen auf als 2001. Vor allem Leistungen, die zum Kernbereich eines Nah­verkehrsanbieters gehören, werden von den HVV-Kunden gut beurteilt. Dieses sind u. a. die Schnelligkeit (2,41), das Linien- und Streckennetz (2,48) und auch die Fahrthäufigkeit tagsüber (2,60).

Einen Spitzenwert von 2,30 erreicht erneut der Internetauftritt des HVV. Die deutlichste Verbesserung im Vergleich zu 2001 ist bei dem Merkmal „Sicherheit in den Fahrzeugen“ festzustellen. Auch die Steigerung bei der Beurteilung des Liniennetzes (nach der Verbunderweiterung nach Schleswig-Holstein) ist bemerkenswert.

Insgesamt ist ein positives Bild zu verzeichnen. Es zeigten sich aber auch einige Hinweise auf Handlungsbedarf, beispielsweise bei der Gestaltung des Fahrplan­buchs, der Anschlusssicherung und Fahrthäufigkeit abends sowie der Sicher­heit an Haltestellen abends. Nach Abschluss der Befragung hat der HVV hier jedoch durch die Nachtdurchfahrt der Schnellbahnen und die Neugestaltung des Fahrplanbuchs schon Veränderungen geschaffen.