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09.12.2005

Ein Jahr HVV-Erweiterung nach Süden

Vor einem Jahr, am 12. Dezember 2004, schlossen sich die Landkreise Stade, Harburg und Lüneburg dem Hamburger Verkehrsverbund an. Am Ende des ersten Jahres nach der Erweiterung kann der HVV eine positive Bilanz ziehen; einige weitere Maßnahmen zur Abrundung des Angebots sind in Vorbereitung.

Das HVV-Angebot wurde von den Fahrgästen der drei Landkreise sehr gut angenommen. Im Vergleich zur Verbunderweiterung nach Norden Ende 2002 gab es im Süden nur sehr wenige Kundinnen und Kunden, die sich beim HVV über Umstellungsprobleme beschwerten. Geringfügige Nachbesserungen bei der Festlegung von Tarifzonengrenzen hat der HVV umgehend erledigt. Eine aufwändigere Maßnahme war die Überplanung der Abfahrtzeiten sämtlicher Lüneburger Buslinien mit Anschluss an den Metronom (Linie R30), damit im Juni die Übergänge zwischen Bus und Bahn optimiert werden konnten.

Zum 1. Januar 2006 tritt noch eine punktuelle Tarif-Nachbesserung in Kraft: Die Tarifzone 408 wird auf alle Ortsteile der Gemeinde Rosengarten ausgedehnt, sodass die Nutzung des HVV in vielen Fällen preisgünstiger wird. Außerdem können nun Fahrgäste aus Buchholz mit derselben Tarifzonenkombination ihrer Zeitkarte sowohl mit der Bahn als auch mit dem Bus nach Harburg fahren.

Anfang kommenden Jahres beginnt zudem die Modernisierung der Bushalte­stellen im niedersächsischen HVV-Gebiet (zum Teil auch im Hamburgischen Süderelbebereich). Die alten Haltestellenmasten werden durch neue, rote HVV-Masten mit verbessertem Erscheinungsbild und Informationsangebot ersetzt. Da es sich um insgesamt fast 6000 Masten handelt wird die Erneuerung der Haltestellen mehrere Jahre dauern.

Übergangstarife für Orte außerhalb der neuen HVV-Grenze geplant

Durch die Erweiterung seines Verbundgebiets hat der HVV die wesentlichen Pendlerströme innerhalb der Metropolregion erfasst. Weitere flächendeckende Ausweitungen sind nicht beabsichtigt. Für einige außerhalb der neuen HVV-Grenzen liegende Orte in Niedersachsen untersucht der HVV die Möglichkeit von Übergangstarifen, die mit nur einer Fahrkarte die Mitbenutzung des HVV-Angebots ermöglichen. In die Betrachtungen einbezogen sind Cuxhaven, Bremervörde, Rotenburg, Soltau, Uelzen und Dannenberg. Der HVV strebt an, sowohl den Entscheidungsprozess in den zuständigen politischen Gremien als auch die Einführung von Übergangstarifen bis Ende 2006 zu vollziehen.

Neue Fahrkartenautomaten ab 2007

Durch die flächendeckende Einrichtung von HVV-Servicestellen und Verkaufs­stellen in den drei Landkreisen konnten Beratung und Verkauf von Zeitkarten von Beginn an überwiegend reibungslos verlaufen. Probleme traten lediglich beim Automatenverkauf auf, vor allem weil auf den Bahnhöfen der Informa­tionsaushang noch mangelhaft war. Während der ersten Wochen nach der Verbunderweiterung hat deshalb HVV-Personal die Fahrgäste beim Ticketkauf am Automaten beraten.

In Kürze (Ende 2005/Anfang 2006) hält der HVV in seinen Servicestellen und zum Teil in Fahrzeugen Bedienungsanleitungen für die Automaten im Flyer-Format bereit. Auf den Automaten werden demnächst Aufkleber angebracht, die ebenfalls die Bedienung vereinfachen sollen. Vom Jahr 2007 an sollen dann neue Touch-Screen Automaten mit einfacherer Bedienung das Problem endgültig lösen.

Positive Auswirkungen der Verbunderweiterung

Die Fahrgeldeinnahmen des HVV lassen auf eine rege Nutzung des HVV-Angebots in Niedersachsen schließen. Nach den bis August vorliegenden Werten prognostiziert der HVV für das Jahr 2005 eine Einnahmensteigerung von 9,4 Prozent. Vor der Verbunderweiterung hatte der Gutachter eine Zunah­me von 7 Prozent durch die neu hinzu gekommenen Gebiete vorausgesagt.

Die Fahrgastzahl für 2005 wird im gesamten HVV etwa 576 Millionen betragen. Das sind 6 Millionen Fahrgäste mehr als die - schon unter Berücksichtung der Verbunderweiterung - ursprünglich geschätzte Fahrgastzahl für 2005. Dieser unerwartete zusätzliche Anstieg dürfte zum großen Teil ein Ergebnis der Süderweiterung sein.

Neben der erfreulichen Entwicklung der Einnahmen und der Fahrgastzahl deutet auch die Verschiebung bei der Nutzung von Park-and-Ride-Anlagen im südlichen HVV-Gebiet auf eine gute Annahme des Angebots hin. So hat sich beispielsweise die Nachfrage bei den P+R-Anlagen in Hittfeld und Maschen entspannt, dafür ist die Auslastung der Anlagen in Ashausen und Stelle gestiegen. Die P+R-Nutzer legen also nach der Verbunderweiterung längere Strecken mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück.