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18.03.2011

Erste Erfahrungen: „Einstieg vorn“ in Bergedorf und Harburg klappt sehr gut

„Bitte vorne einsteigen und Karte zeigen“ heißt es seit dem 7. März auf den Buslinien im Bergedorfer und Harburger Raum. Der HVV startete das Pilotprojekt „Einstieg vorn“ mit dem Ziel, die teilweise sehr hohen Schwarz­fahrerquoten im Busverkehr zu senken. Die Erfahrungen der ersten zwei Wochen zeigen: Das Projekt läuft besser als von vielen erwartet.

In den ersten Tagen des Pilotbetriebs wurden die Busfahrerinnen und Busfahrer durch Servicepersonal an stark genutzten Haltestellen und in den Bussen unterstützt. Auch die Betriebsleiter der HOCHBAHN und der KVG in Harburg sowie der VHH PVG in Bergedorf haben sich vor Ort selber angesehen, wie der Busverkehr unter den neuen Bedingungen abläuft. Der von einigen Skeptikern befürchtete Stau an den Bustüren, lange Wartezeiten beim Fahrkartenlösen und genervte Fahrgäste – davon war in den ersten zwei Wochen des Pilot­projekts „Einstieg vorn“ so gut wie gar nichts festzustellen. Die meisten Fahrgäste hatten sich schon im Vorfeld darauf eingestellt und zeigten sich verständnisvoll. Auch zu nennenswerten Verspätungen ist es durch das Vorne-Einsteigen nicht gekommen. 

Die Erfahrungen der Fahrerinnen und Fahrer sind ebenfalls positiv. „Der persönliche Kontakt zu den Fahrgästen ist jetzt noch direkter“, freut sich Busbetriebshofmanager Thorsten Rath von der Hamburger Hochbahn AG. Wichtig für die Akzeptanz des Projekts ist die flexible Handhabung. „Wenn jemand mit einem Kinderwagen an der Haltestelle steht oder gehbehindert ist, werden selbstverständlich auch die hinteren Türen geöffnet“, so Rath. Vor allem scheint das Konzept, die Schwarzfahrerzahl zu senken, aufzugehen. „Auch wenn wir noch keine Bilanz ziehen können, zeigt sich schon ein Anstieg des Einzelkartenverkaufs“, so Rath und fügt augenzwinkernd hinzu: „Auffällig sind aber auch die vielen neuen Abokarten mit ganz frischen Passfotos.“ Jan Kobza, VHH PVG-Betriebsleiter Bergedorf, äußert sich ähnlich positiv: „Die ersten zwei Wochen des Vorne-Einstiegs sind auch in Bergedorf sehr positiv verlaufen. Fahrgäste sowie Busfahrerinnen und Busfahrer sind maßgeblich am bisherigen Erfolg des Pilotprojektes beteiligt. Dafür gilt es danke zu sagen. “

Damit der Einstieg vorn auch nach dem Ende der Schulferien möglichst reibungslos läuft, werden zu Beginn der kommenden Woche wieder 150 Servicekräfte unterstützend und informierend an stark genutzten Haltestellen und in den Fahrzeugen in Bergedorf und Harburg unterwegs sein.

Hintergrund des Projekts „Einstieg vorn“: 

Das Pilotprojekt „Einstieg vorn“ ist Teil eines neuen Fahrkarten-Prüfkonzepts, mit dem der Hamburger Verkehrsverbund die Schwarzfahrerquote senken will. Anlass waren Kontrollen auf verschiedenen Buslinien im Großbereich Hamburg, bei denen deutlich überdurchschnittliche, teilweise sogar zweistellige Schwarz­fahrerquoten festgestellt wurden. Das gemeinsam mit den Verkehrsunter­nehmen entwickelte neue Konzept sieht 50 Prozent mehr Fahrkartenkontrollen im Busbereich vor. Zudem soll der Einstieg vorn – sofern die Erfahrungen des  einjährigen Pilotversuchs in Bergedorf und Harburg weiterhin so gut verlaufen wie bisher – im gesamten Busnetz des HVV eingeführt werden. 

„Im Interesse von ehrlich zahlenden Fahrgästen kann der HVV das Schwarz­fahren nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn pro Jahr entgehen dem Verbund bei einer Schwarzfahrerquote von 3,5 Prozent mehr als 20 Millionen Euro Fahrgeldeinnahmen“ begründete Lutz Aigner, Geschäftsführer des HVV, das neue Vorgehen. Der HVV erwartet durch sein neues Prüfkonzept und den Vorne-Einstieg im Busverkehr eine Senkung der Schwarzfahrerquote um 1 bis 1,5 Prozentpunkte und damit Mehreinnahmen von bis zu 6 Millionen Euro jährlich.